Was sind Werte?

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Was sind Werte? by Mind Map: Was sind Werte?

1. Definition Erpenbeck/Sauter

1.1. geistig-symbolisches Resultat von Wertungsprozessen (Wertungen); sie können nur selbst handelnd, selbstorganisiert angeeignet (= interiorisiert) werden

2. Wertinteriorisation nach Lacoursiere

2.1. Orientierungsphase 1

2.1.1. Bereits bestehende Werte (interiorisiert oder "gelernt") als Ausgangspunkt

2.2. Orientierungsphase 2

2.2.1. Entscheidungssituation, die nicht rein kognitiv lösbar ist, führt zu emotionalen Spannungen, Dissonanzen und Labilisierung

2.3. Unzufriedenheitsphase

2.3.1. Labilisierung löst Verklammerung von bisherigen Emotionen, Motivationen, interiorisierten Werten und zugehörigem Handeln; neue Werte werden probehalber entwickelt

2.4. Lösungsphase 1

2.4.1. Getroffene Entscheidung führt zu (meist sozialem) Handeln, bei Erfolg wird neues Wissen, Entscheidung, Handlungsergebnis gemeinsam mit den emotional geprägten Werten gespeichert = Wertinterorisation

2.5. Lösungsphase 2

2.5.1. Die erfolgreiche Handlung wird in der unmittelbaren Bezugsgruppe kommuniziert = Wertkommunikation

2.6. Produktivphase

2.6.1. Durch die Wertinteriorisation können neue Handlungsantizipationen in vergleichbaren Entscheidungssituationen entstehen

2.7. Beendigungsphase

2.7.1. Die interiorisierten Werte werden breiter kommuniziert, bis hin zu Entstehung von institutionalisierten Regel-, Wert- und Normsystemen, die mithilfe von Sanktionierungen durchgesetzt werden

3. Labilisierung

3.1. = Basis für Wertinteriorisation

3.2. tritt ein, wenn Entscheidung nicht aufgrund bestehender Werte (reinkognitiv) getroffen werden kann

3.3. dadurch entsteht Ungewissheit, innere Instabilität, emotionale Spannung, Dissonanz

4. Emotionen

4.1. emotionales Gedächtnis

4.1.1. = Prozess, in dem das menschliche Gehirn durch Lernprozesse die Art und Weise beeinflusst, in der bestimmte Reize eine Emotion hervorrufen

4.2. Emotionen n. Holodynski/Friedlmeier

4.2.1. = funktionales psychologisches System bei der Auswahl und Erreichung von Handlungszielen; dieses System ist nicht auf ein Hirnareal beschränkt, Emotion ist ist ein selbstorganisierendes System

4.2.2. Subsysteme: Bewertungssystem, Handlungssystem, System der Körperregulation, Gefühlssystem

4.3. Bedeutung für das Lernen

4.3.1. nicht nur um eine kognitive, sondern auch um eine emotional-motivationale Verankerung von Wissen, sowie eine emotional-motivationale Verankerung von Fach- und Methodenkompetenz. Beides bezieht sich auch auf das Lernen am Computer und wurde erst mit Web-2.0-Instrumenten wirkungsvoll möglich. Interaktive, konflikthaltige Lerninstrumente und Lernprozesse bewirken ein aktiveres Problemlösungsverhalten, eine emotionalere Aufgabenbearbeitung, eine höhere Reflexionstätigkeit; Emotionen und Motivationen werden "mitgelernt".